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Der Chart des Tages

Frankreichs Lohnnebenkosten sinken kräftig.

André Kühnlenz

Die französische Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal um 0,3% im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Damit beweist die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone, wie gut sie sich vom Abwärtstrend des Nachbarn Deutschland abkoppeln kann. Es war das dritte Quartal in Folge mit einem Plus von jeweils 0,3%.

Vom Wachstum gingen 0,1 Prozentpunkte wie schon im Vorquartal auf das Konto des Staates (Konsum und Investitionen), nominal stiegen die Staatsausgaben auf Jahressicht mit 2%, was ziemlich genau dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank entspricht. Dies war der stärkste Anstieg seit Ende 2017, als der Staat das Ausgabenwachstum drosselte.

Beeindruckend waren die Unternehmensinvestitionen, die auf Quartalssicht erneut kräftig zulegten. Sie trugen 0,2 Prozentpunkte zum Gesamtwachstum von 0,3% im dritten Quartal bei. Dabei dürfte geholfen haben, dass sich seit Jahresanfang die operative Profitabilität verbessert hat.

Die gestiegene Profitabilität ist auch eine Folge dessen, dass die Unternehmen effektiv weniger Sozialbeiträge zahlen müssen. Zwar sind die Lohnnebenkosten mit 26% des Arbeitnehmerentgelts noch immer deutlich höher als in Deutschland mit 18%. Jedoch sanken sie in den zwölf Monaten bis Juni um -0,63 Prozentpunkte auf Jahressicht.

Die Entlastung war so stark wie seit Anfang der Achtzigerjahre nicht, als die Aufzeichnung der Daten bei Eurostat begann. Die Reformen des Präsidenten Emmanuel Macron scheinen zu wirken wenn wahrscheinlich auch nur kurzzeitig aus konjunktureller Sicht.

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