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Der Chart des Tages

Welchen «Trade Deal» wünscht sich Donald Trump?

Andreas Neinhaus

An den Märkten hält die Hoffnung an, dass sich die USA und China im Handelsstreit einigen werden. Beide Streitparteien haben signalisiert, dass ein Phase-1-Abkommen bald unterzeichnet werden dürfte. Die positive Aussicht führt dazu, dass die Aktienkurse steigen. Denn mit diesem Abkommen dürften auch die Strafzölle teilweise zurückgenommen werden. Nicht zuletzt Donald Trump ist an einer solchen Entwicklung interessiert, wie der heutige Chart belegt.

Denn Trumps Zustimmungswerte steigen ebenfalls. Sie sind eng an den Gang des US-Aktienmarktes gekoppelt. Die vergangenen drei Male, als neue Strafzölle verhängt wurden, fielen die Aktienkurse auf breiter Front – und umgehend knickte jeweils auch die Beliebtheit des Präsidenten ein. Seit die Aussicht auf einen «Trade Deal» konkreter wird, ist Trump politisch wieder unschlagbar.

Wochen vor dem Beginn des harten Wahljahres 2020, das durch den Versuch eines Amtsenthebungsverfahrens geprägt sein wird, ist dieser politische Zuspruch wichtig. Aber Trump muss ein schwieriges taktisches Problem lösen. Die alte Börsenregel besagt: Buy the rumour, sell the fact. Derzeit beleben die Gerüchte über ein Teilabkommen die Fantasie der Öffentlichkeit. Was geschieht, wenn der Vertrag tatsächlich unterzeichnet auf dem Tisch liegt und nicht alle Hoffnungen erfüllt? Zuletzt wurde gemeldet, dass Trump zögert und nicht davon überzeugt ist, dass die Zölle rasch zurückgenommen werden sollen.

(Quelle der Grafik: Bantleon)