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Der Chart des Tages

Schuldenorgie.

Alexander Trentin

Schaut man sich als Anleger nach rentablen Investitionsmöglichkeiten auf dem Anleihenmarkt um, dann wird es eng. Für viele Investoren erscheinen da die Bonds aus den Schwellenländern verlockend, deren Renditen oft über 5% liegen. Und auch die Fondshäuser bringen immer mehr Produkte auf den Markt, um diese Anleihen zu vermarkten.

Die Grafik oben zeigt, dass die Nachfrage nach rentablen Produkten auch an der Zusammensetzung des globalen Anleihenmarktes ersichtlich ist. Fast ein Viertel aller ausgegebenen Bonds stammt nun aus den Schwellenländern (grüne Linie). Noch 2009 waren es gut 1o%. Das Volumen der Schwellenländeranleihen ist von 17 auf 28 Bio. $ gewachsen. In den Industrieländern hingegen ist die Summe der begebenen Anleihen in den vergangenen Jahren kaum gestiegen.

Der grösste Wachstumstreiber waren Staatsanleihen der Schwellenländer: Die Staaten haben ihren Anteil am Bondmarkt von 40 auf 47% ausgeweitet.

Die Emerging Markets nutzen auch vermehrt die günstigen Finanzierungsbedingungen in Dollar und Euro. Das ist besonders riskant, da die Schwellenländergläubiger ihre Schulden in Fremdwährungen bedienen müssen. Die Bankenvereinigung Institute of International Finance (IIF) warnt daher, dass die Länder so auf den Risikoappetit der globalen Finanzmärkte angewiesen seien: «Eine grössere Abhängigkeit von Fremdwährungsschulden einiger Länder könnte Risiken verschärfen, falls sich das Wachstum verlangsamt.»

Namentlich erwähnt sind Argentinien, Saudi-Arabien, die Türkei, Mexiko und Chile.

(Quelle der Grafik: IIF)