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Der Chart des Tages

Kreditkosten in China sinken leicht.

Sylvia Walter

Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat am Montag zur grossen Überraschung der Marktbeobachter den Leitzins gesenkt. Dies war die erste Lockerung des Zinses auf kurzfristige Kredite seit mehr als vier Jahren und somit ein Zeichen, dass die Konjunkturflaute doch ausgeprägter ist, als offiziell kommuniziert wird. Bereits vor zwei Wochen gab es eine Senkung des Zinses für mittelfristige Kredite, die die Geschäftsbanken bei der PBoC aufnehmen.

Die Frage ist nun, ob diese Leitzinssenkungen durch die Banken an Konsumenten und Unternehmen weitergegeben werden. Denn nur dann kann die lockere Geldpolitik der Konjunktur Auftrieb verleihen. Tatsächlich belegen die Zahlen, dass auch die Realwirtschaft in den Genuss tieferer Kreditkosten kommt. Wie in der Grafik von Capital Economics ersichtlich ist, sind sowohl die Kreditkosten, die für die Unternehmen anfallen (Average bank lending rate, blaue Linie), als auch die Hypothekarzinsen (Average mortgage rate, schwarze Linie) tendenziell rückläufig.

Da die Hypothekarzinsen niedriger sind als zu Jahresbeginn, liegt der Verdacht nahe, dass die regulatorischen Auflagen am Immobilienmarkt schon seit geraumer Zeit aufgeweicht werden. Und dies trotz stattlicher Dynamik der Häuserpreise, die den Offiziellen eigentlich Kopfzerbrechen bereitete.

Da die letzten Zinssenkungen lediglich die Kosten für neue Kredite dämpfen, spekuliert der Markt nun, dass die PBoC künftig weitere Leitzinssenkungen vornehmen wird.

(Quelle der Grafik: Capital Economics)