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Der Chart des Tages

Bärenmärkte sind seltener, dafür heftiger.

Alexander Trentin

Der Bullenmarkt, der seit der Finanzkrise an den US-Börsen herrscht, hat sich dieses Jahr fortgesetzt. Trotz aller Unsicherheit um den Handelskrieg, Rezessionsängsten und hoher Bewertungen. Es scheint, dass ein langjähriger Abwärtstrend, auch Bärenmarkt genannt, für viele Anleger nicht mehr vorstellbar ist.

Eine Auswertung der Investmentfirma Research Affiliates zeigt, dass Baissephasen tatsächlich seltener geworden sind. Von 1971 bis 1989 war der US-Aktienmarkt zu 18% der Zeit in einem Bärenmarkt. Von 1990 bis 2018 hat sich die Häufigkeit der Schwächephasen halbiert – trotz des Schocks der globalen Finanzkrise. Haussephasen sind dagegen häufiger: Bis 1990 war die US-Börse nur knapp in einem Drittel der Zeit in einem Bullenmarkt, nach 1990 in etwa der Hälfte.

Wenn die Baisse dann aber kam, hat sie heftiger zugeschlagen als früher. Vor 1990 sanken die Kurse im Bärenmarkt um 44% (vgl. hellblaue Balken in der Grafik).  Seither beträgt der durchschnittliche Kursrückgang 64% (orange Balken).

Dagegen sind die Performancezahlen der Korrektur- (Correction) und der Erholungsphasen (Rebound) in den zwei Perioden etwa gleich.

Das Absturzrisiko, wenn es hart auf hart kommt, hat sich also erhöht. Das verheisst nichts Gutes, sollte der lange Bullenmarkt zu Ende sein. Für Anleger ist es auch ein Signal, dass sie sich in guten Zeiten gegen Kursrückgänge absichern sollten – selbst wenn sie weniger häufig auftreten.

(Quelle der Grafik: Research Affiliates)