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Der Chart des Tages

Wenn der Vorsprung kleiner wird.

Andreas Neinhaus

Diese Woche werden die beiden wichtigsten Notenbanken, das amerikanische Federal Reserve und die Europäische Zentralbank, zum letzten Mal in diesem Jahr ihre Zinspolitik überdenken. Im Vordergrund steht, wie sie die Konjunkturaussichten im jeweiligen Währungsraum einschätzen werden. Die Analysten von Bank of America (BAC 29.13 -4.9%) sind überzeugt, dass der Wachstumsunterschied zwischen den USA und Euroland auch darüber bestimmen wird, ob sich nächstes Jahr der Dollar oder der Euro aufwertet.

Warum das so ist, zeigt der Chart. Meist galt: Wenn sich in den vergangenen Jahrzehnten der Wachstumsvorsprung der USA im Vergleich zu Euroland verringerte, wertete sich der Dollar zum Euro ab. Nahm der US-Vorsprung zu, wurde auch der Dollar teurer. Die blaue Linie gibt die Differenz zwischen dem Wachstum des Bruttoinlandprodukts des Euroraums und der USA wieder, die rote Linie den Euro als Wechselkurs: Dollar pro 1 €.

Im Kleinen spielte sich dieses Phänomen bereits Ende letzter Woche ab: Als am Freitag die Arbeitsmarktzahlen deutlich besser als erwartet ausfielen, wertete sich der Dollar auf und sank der Eurowechselkurs. Die Analysten der US-Bank gehen davon aus, dass die US-Konjunktur nächstes Jahr an Tempo verliert. Das Wirtschaftswachstum der beiden wichtigsten Währungsräume werde sich daraufhin annähern. Das verbessert die Chancen auf einen tendenziell höheren Eurokurs zum Dollar.

Quelle der Grafik: Bank of America Merrill Lynch