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Der Chart des Tages

Deutschland exportiert mehr Maschinen als Autos

André Kühnlenz

Dass Deutschland ein Autoexportland ist, ist allgemein bekannt: Kraftwagen und Autoteile machen trotz des Rückgangs seit 2018 noch immer den grössten Teil der Güterausfuhren aus. Allerdings nur so lange, wie wir uns den nominalen Umsatz anschauen, der in Deutschland produziert wird. Und der kann so seine Tücken haben. Zu den Zahlen: In den zwölf Monaten bis September gingen Kraftwagen und -teile für 225 Mrd. € ins Ausland, auf Platz zwei folgten Maschinen für 196 Mrd. €.

Die amtlichen Statistiker in Wiesbaden messen allerdings nicht nur den Umsatz in Euro, sie berechnen auch das Exportvolumen, bei dem reine Preisbewegungen ausgeklammert werden. Und hier zeichnet sich eine kleine Revolution ab: Im Juni 2019 war es erstmals so weit, dass das Exportvolumen an Maschinen aus Deutschland innerhalb von zwölf Monaten den Kraftwagenabsatz im Ausland übertroffen hat. Zumindest wissen wir dies für die Jahre seit 2009, für die die Statistiken vorliegen. Und bisher ist das so geblieben.

Schauen wir uns den Zwölfmonatstrend im Bruttoinlandprodukt bei den Ausfuhren an, macht sich der Handelskonflikt offensichtlich kaum bemerkbar: Während die Dienstleistungsausfuhren passabel – mit rund 2,5% – wachsen, stagnieren die realen Güterausfuhren. Dahinter steckt allerdings ein Rückgang der Autoausfuhren um 13% seit Mitte 2018 (in den Jahressummen), während der Umsatzrückgang der Maschinenbauer nur 2% ausmacht, wie das Exportvolumen zeigt. Diese Entwicklung dürfte vor allem spezifische Probleme der deutschen Automobilbranche reflektieren.