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Der Chart des Tages

Anleger bleiben vorsichtig.

Frank Heiniger

Das Aktienjahr 2019 kann sich sehen lassen. Praktisch alle relevanten Börsenindizes haben kräftig zugelegt. Allerdings wurde diese Rally nicht von Kapitalzuflüssen begleitet. Im Gegenteil: Gemäss dem Datendienstleister EPFR sind über die vergangenen zwölf Monate Mittel aus dem globalen Aktienmarkt abgeflossen. Gegenüber dem Zwischenhöchst im MSCI-Weltindex von Anfang 2018 summiert sich das Minus auf 3% der verwalteten Vermögen («Assets under Management»), was beinahe der Hälfte des Abflusses während der Finanzkrise 2008/09 entspricht.

Die abgezogenen Mittel wurden schwergewichtig in sicherere Vermögenswerte umgeschichtet, so etwa in Geldmarktfonds (Money Market Funds). Laut den Analysten von Barclays ist diese Verschiebung primär auf die Befürchtung einer konjunkturellen Abkühlung zurückzuführen. So zeigt der obige Chart, dass die Entwicklung der Geldmarktfonds (hellblaue Kurve, linke Skala) stark mit der Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den kommenden zwölf Monaten (dunkelblaue Kurve, rechte Skala) korreliert.

Die jüngste Aufhellung der Wirtschaftsaussichten hat sich bislang nicht in einer Umkehr der Kapitalbewegungen niedergeschlagen. Sollte sich die Gewissheit festigen, dass die globale Konjunktur die Talsohle durchschritten hat, dürfte das zu einer Trendwende führen und den Aktienmärkten endlich wieder einen Mittelzufluss bescheren.

(Quelle der Grafik: Barclays)