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Der Chart des Tages

Wahltag ist Zahltag.

Pascal Meisser

Wenn heute Donnerstag die Britinnen und Briten zum Wahllokal schreiten, um bei den Unterhauswahlen ihre Stimme abzugeben, werden die Finanzmärkte genau beobachten, welches Ergebnis sich abzeichnet. Denn im Vorfeld haben sich alle darauf eingestellt, dass die Konservativen mit Boris Johnson an der Spitze die absolute Mehrheit im Parlament gewinnen.

Das hat sich auch an der jüngsten Entwicklung des Pfunds gezeigt. Die britische Valuta hat sich gegenüber Dollar und Euro beinahe 10% aufgewertet und ist gleichzeitig auf den höchsten Stand seit Monaten gestiegen (vgl. Grafik).

«Der Devisenmarkt scheint seine Stimme bereits abgegeben zu haben», kommentiert Michael Metcalfe, Makrostratege bei State Street – und fragt sich gleichzeitig, ob der Aufschwung nicht im merkwürdigsten Moment gekommen sei.

Denn zieht man die Kaufkraftparität heran, war das Pfund seit dem Referendum im Sommer 2016 zum Dollar und zum Euro stets unterbewertet. Auf die Wahlen hin hat sich diese Unterbewertung zum Dollar deutlich entschärft, zum Euro hat das Pfund nun gar die Schwelle zur Überbewertung überschritten.

Wie dünn das Eis ist, auf dem sich die Devisenhändler befinden, hat sich jedoch am Dienstagabend gezeigt. Eine Wahlumfrage wies aus, dass die Mehrheit der Konservativen deutlich knapper ausfallen könnte als ursprünglich erwartet. Innerhalb von Minuten verbilligte sich das Pfund um fast 1%. Das dürfte ein Vorgeschmack darauf gewesen sein, was den Devisen-Tradern in den nächsten Stunden blühen könnte.

(Quelle der Grafik: State Street Global Markets, Bloomberg)