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Der Chart des Tages

Klein und günstig.

Frank Heiniger

Anleger haben kaum einen Grund zur Klage: Wer vor einem Jahr in Aktien investiert hat, dürfte sich über solide Kursgewinne freuen. Praktisch alle bedeutenden Märkte werden 2019 mit klaren Avancen abschliessen.

Nicht alle Segmente haben sich aber gleich gut geschlagen. Gegenüber den grosskapitalisierten Konzernen (Large Caps) und den mittelgrossen Unternehmen (Mid Caps) haben die kleinkapitalisierten Gesellschaften (Small Caps) tendenziell eine schwächere Kursentwicklung hingelegt – so auch im europäischen respektive im Schweizer Aktienmarkt.

Negativ dürfte sich die Eintrübung der globalen Konjunkturaussichten ausgewirkt haben. Zahlreiche Studien belegen, dass Nebenwerte in der Regel schlechter als Large Caps abschneiden, sobald sich die Wirtschaft und damit letztlich auch das Gewinnwachstum abschwächt.

Diese Entwicklung hat Spuren in der Bewertung hinterlassen. Das illustriert der obige Chart von Morgan Stanley, der für den europäischen Aktienmarkt das aktuelle Bewertungsniveau mit dem zehnjährigen Durchschnitt vergleicht. Als Basis dient eine Kombination aus Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis und der Dividendenrendite.

Während die Large Caps auf dem langjährigen Durchschnitt liegen, notieren die Small Caps mehr als zwei Standardabweichungen darunter, sind derzeit also aussergewöhnlich günstig zu haben. Die Mid Caps dagegen sind gegenüber ihrer eigenen Historie teuer.

Eine grosse Diskrepanz herrscht weiterhin auch zwischen den Value-Aktien – Substanzvaloren mit niedrigen Bewertungsgrössen – und Wachstumstiteln (Growth). Trotz der jüngsten Erholung des Value-Segments sind die Valoren weiterhin fast zweieinhalb Standardabweichungen günstiger als das langfristige Mittel, Wachstumsaktien hingegen sind dreieinhalb Standardabweichungen höher bewertet.

(Quelle der Grafik: Morgan Stanley)

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