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Der Chart des Tages

Wir brauchen das Geld nicht.

Alexander Trentin

Das ist nicht normal. Die US-Unternehmen im S&P 500 (SP500 2541.47 -3.37%) haben im vergangenen Jahrzehnt nichts Besseres mit ihrem Gewinn anzustellen gewusst, als ihn an die Aktionäre auszuschütten. Das zeigt die Gesamtbetrachtung in der obigen Grafik über zehn Jahre: Die Gesamtgewinnsumme der S&P-500-Gesellschaften (13’015 Mrd. $) liegt nur minimal höher als die ausgeschütteten Dividenden und Aktienrückkäufe (12’992 Mrd. $).

Die Firmen haben in diesem Zeitraum natürlich investiert, taten dies aber lieber mit dem immer günstigeren Fremdkapital. Trotzdem ist es verblüffend, dass sie insgesamt kein Eigenkapital dafür eingesetzt haben. Der Aktienmarkt erfüllt damit nicht mehr seine Funktion als Instrument zur Kapitalaufnahme, sondern wird nur noch zur Gewinnverteilung verwendet.

Dazu passt auch die Statistik, dass seit 2010 in jedem Jahr das Volumen der Aktienrückkäufe von S&P-500-Unternehmen die Emission neuer Aktien überstiegen hat. In den zwölf Monaten bis September 2019 lag die Differenz über 500 Mrd. $.

Dem Kursverlauf und der Stimmung an den Börsen sollte volkswirtschaftlich weniger Bedeutung als in der Vergangenheit zugemessen werden. Wenn die Unternehmen für ihre Finanzierung nicht mehr direkt vom Aktienmarkt abhängen, sollte sie auch das Auf und Ab in der Anlegerstimmung weniger kümmern.

(Quelle der Grafik: S&P Dow Jones (Dow Jones 21636.78 -4.06%) Indices)