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Der Chart des Tages

Konjunktur hat Talboden erreicht.

Peter Rohner

2019 war wirtschaftlich gesehen das schwächste Jahr seit der Finanzkrise 2008/09. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass die Weltwirtschaft nur 3% gewachsen ist. Vor allem der Welthandel und das verarbeitende Gewerbe waren schwach. Ökonomen sprechen von einer Industrierezession.

Die grosse Frage ist, ob es nun mit der Konjunktur wieder aufwärtsgeht oder ob die US-Wirtschaft und mit ihr der Rest der Welt in eine Rezession abgleiten.

Das Rezessionsszenario ist in den vergangenen Wochen und Monaten in den Hintergrund gerückt. Grund sind verschiedene Frühindikatoren, die auf eine Bodenbildung oder gar eine Wende der Konjunktur hindeuten.

Als Erste gedreht haben die Einkaufsmanagerindizes aus der Industrie. Die befragten Chefeinkäufer beurteilen die Lage wieder etwas besser, was sich im November in einem Anstieg des globalen PMI niedergeschlagen hat.

Allmählich kehrt auch das Vertrauen der Unternehmenschefs in die Konjunktur zurück. Während der US-PMI im Dezember enttäuschte und auf den niedrigsten Stand seit 2009 fiel, ist der Index des Forschungsinstituts Conference Board für das CEO-Vertrauen gegenüber dem dritten Quartal 2019 deutlich gestiegen, wenn auch von niedrigem Niveau aus.

Bestätigt wurde die Bodenbildung diese Woche von den Frühindikatoren der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

Sie zeigen eine Konjunkturstabilisierung in den meisten entwickelten Volkswirtschaften an. Wie in der obigen Grafik ersichtlich, verharrt die Konjunktur in den OECD-Mitgliedstaaten aber unter dem Trendwachstum.

Die OECD-Frühindikatoren basieren auf einer Auswahl von Konjunktur- und Umfragedaten und sind so konzipiert, dass sie Wendepunkte sechs bis neun Monate vorwegnehmen. Ein Wert von 100 bedeutet, dass das Wachstum auf dem langfristigen Mittel liegt.