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Der Chart des Tages

Frauen an die Macht.

Martin Lüscher, New York

Das gab es bisher erst ein Mal: In den USA gehen mehr Frauen einer bezahlten Arbeit nach als Männer. 76,246 Mio. Frauen waren gemäss dem amerikanischen Statistikamt BLS im Dezember beschäftigt. Bei den Männern waren es 109’000 weniger.

Der Grund für diese Entwicklung sind der heisse Arbeitsmarkt — mit einer rekordniedrigen Arbeitslosenquote von 3,5% — sowie das starke Stellenwachstum in den Bereichen Gesundheit und Erziehung. Denn in diesen Branchen, in denen in den vergangenen Jahren am meisten Arbeitsplätze geschaffen wurden, sind überproportional viele Frauen beschäftigt. Exemplarisch zeigt das der Monat Dezember. Von den 145’000 Stellen, die geschaffen wurden, übernahmen Frauen deren 139’000.

Frauen dürften den Anteil am Arbeitsmarkt weiter ausbauen. Denn während ihre Erwerbsquote seit Jahren steigt, stagniert die der Männer. Mit 58% ist die Rate der Frauen, die am Arbeitsmarkt teilnehmen, zudem immer noch deutlich niedriger als die der Männer mit 69%.

Das deutet auch darauf hin, dass anders als 2010, als erstmals mehr Frauen einer bezahlten Beschäftigung nachgingen als Männer, die Dominanz der Frauen bestehen bleiben dürfte. Damals wurden nach der durch die Finanzkrise ausgelösten Rezession viele Stellen in von Männern dominierten Branchen gestrichen. In den folgenden Jahren wurden diese Stellen wieder geschaffen. Heute ist die Entwicklung hingegen nachhaltiger.

(Quelle der Grafik: Federal Reserve Bank of St. Louis)