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Der Chart des Tages

Wem die niedrigen Zinsen helfen.

Andreas Neinhaus

Sinkende Marktzinsen helfen vor allem hoch verschuldeten Staaten. Ein Beispiel ist Italien. In der Vergangenheit musste die Regierung zeitweise Kosten von rund 5% des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Staatshaushalt budgetieren, nur um den Zinsaufwand bezahlen zu können. Dank des Rückgangs der Renditen ist dieser Aufwand geschrumpft.

Letztes Jahr hat sich das Umfeld noch einmal unerwartet verbessert. Im Frühjahr veranschlagte Rom, dass die Zinsausgaben anziehen würden (rote Linie). Dann rutschte das Zinsniveau europaweit in die Tiefe, teils wegen der Sorge über eine Eskalation in dem von den USA forcierten Handelskrieg, teils wegen der Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank. In ihrem Haushalt 2020 konnte die italienische Regierung daraufhin mit niedrigeren Zinskosten kalkulieren. Sie dürften unter die Schwelle von 3% des BIP sinken (blaue gepunktete Linie).

Das beschere der Exekutive etwas mehr finanziellen Spielraum für ihre Politik, obwohl die Wirtschaft weiter unverändert schwach wachse, argumentieren die Ökonomen der Bank Citi. Ob er auch sinnvoll genutzt wird, steht hingegen auf einem ganz anderen Blatt.

(Quelle der Grafik: Citi)

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