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Der Chart des Tages

Dicker Nebel in London.

Pascal Meisser

Die Bank of England (BoE) steht vor einem Dilemma. Soll sie Ende Januar ohne Not die Zinsen leicht senken, um damit für die Zeit nach dem Brexit ein Signal zu setzen? Oder soll sie zu einem späteren Zeitpunkt die Konditionen für die Geldausleihe gar verschärfen, sofern die Wirtschaft wieder besser als erwartet laufen sollte? Es herrscht derzeit dicker Nebel am Finanzplatz London.

Eine klare Meinung haben sich hingegen die Finanzakteure gemacht. Sie gehen davon aus, dass entweder im Januar oder im März die Zinsen gesenkt werden, allenfalls folge eine weitere Zinssenkung im Verlauf des Jahres (schwarze Kurve). Dies kontrastiert mit der Meinung vor einem Jahr. Damals erwarteten die meisten Experten Zinserhöhungen (blaue Kurve).

Als vorentscheidend gilt die Publikation des Composite-Einkaufsmanagerindex von morgen Freitag. Steigt der Index, der zuletzt unter der Wachstumsschwelle von 50 lag, über 52 Punkte, dann dürfte die BoE an ihrer nächsten Sitzung vom 30. Januar die Zinsen vorerst unverändert lassen. Für etwas Beruhigung hat diese Woche auch der Report zum Arbeitsmarkt gesorgt. Dieser brummt trotz Brexit weiterhin auf Hochtouren. Mit 32,9 Mio. lag die Zahl der Beschäftigten auf einem Rekordniveau.

(Quelle der Grafik: Capital Economics, Bloomberg)

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