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Der Chart des Tages

Ein Abschlag wie 2000.

Frank Heiniger

Seit der Finanzkrise 2008/09 haben Value-Aktien – Substanzvaloren, die niedrig bewertet sind – eine enttäuschende Entwicklung hingelegt. Während Wachstumspapiere (Growth) wie Apple oder Alphabet deutliche Kursgewinne verzeichneten, kamen die Value-Titel nie so richtig vom Fleck. Belastend wirkten zum einen die trüben Konjunkturaussichten, zum anderen die flache Zinskurve, die den im Value-Segment prominent vertretenen Bankaktien das Leben erschwert.

Im vergangenen Herbst mehrten sich temporär Zeichen einer Trendwende: Dank erfreulichen Signalen von der Konjunkturfront legten Value-Aktien relativ zu den Wachstumstiteln eine deutlich bessere Kursperformance hin. Dieser Schub dauerte allerdings nur kurz: Im laufenden Jahr scheinen die Wachstumstitel das Zepter wieder an sich gerissen zu haben. So notierten beispielsweise Apple – bis zur jüngsten, durch das Coronavirus ausgelösten Börsenschwäche – rund 9% im Plus.

Die Schwäche der Value-Papiere spiegelt sich in der relativen Bewertung: Wie der obige Chart illustriert, ist ihr Abschlag (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis) fast so hoch wie während der Übertreibungen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende (TMT bubble).

Auch David Kostin wies jüngst im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» auf die Bewertungskluft hin. «Im historischen Kontext ist die Differenz extrem gross», erklärte der US-Aktienstratege von Goldman Sachs. «Das spricht dafür, dass Value-Titel über die kommenden drei Jahre outperformen sollten.»

(Quelle der Grafik: UBS)