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Der Chart des Tages

Zuversichtlich, aber unsicher.

Andreas Neinhaus

Coronavirus und Brexit zum Trotz: Die meisten Konjunkturforscher sind zuversichtlich. Die Mehrheit der von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Auguren rechnet damit, dass sich das Wirtschaftswachstum der Industrieländer im Laufe des Jahres beschleunigen wird. Im Durchschnitt wird prognostiziert, dass es in den USA von 1,6% im ersten Quartal auf 1,9% im vierten zunimmt.

Der Chart schlüsselt die Vorhersagen nach der Verteilung auf. Eine breite Streuung signalisiert eine erhöhte Unsicherheit unter den Experten. Das trifft vor allem für die USA zu. Dort wandert der grösste Teil der Vorhersagen auf der Verteilungsskala nach rechts, aber gleichzeitig nehmen auch auf der linken Seite die Prognosen zu: Das Minimum liegt bei einem Rückgang des BIP um 1,4% im Schlussquartal. Bei der Eurozone ist das nicht der Fall. Die Streuung der Vorhersagen nimmt vom ersten bis zum vierten Quartal nicht zu, sondern bleibt gleich gering.

Die Analysten von BNP Paribas behaupten: Eine erhöhte Unsicherheit unter den Prognostikern habe zur Folge, dass Unternehmen und Privathaushalte zurückhaltender auf Vorhersagen reagieren würden, die bessere Zeiten versprechen. In diesem Umfeld überwiege vorsichtige Zuversicht, Euphorie komme aber nur schwerlich auf.

Quelle: BNP Paribas