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Der Chart des Tages

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Pascal Meisser

2020 hätte aus Sicht von Goldman Sachs zum Jahr werden sollen, in dem das globale Wachstum wieder anzieht. Doch die Experten haben ihre Rechnung ohne das Coronavirus gemacht. Denn unter dem Strich dürfte die Epidemie der Wirtschaft so sehr schaden, dass das Szenario eines Aufschwungs wohl auf das kommende Jahr verschoben werden muss.

Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius und sein Asienteam rechnen auf Basis der derzeit vorliegenden Zahlen damit, dass sich die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 um fast 2% reduzieren wird. Darin sind einerseits die direkten Folgen eingerechnet, die das Virus für die chinesische Wirtschaft hat, aber auch die Nebenwirkungen, die sogenannten Spillover-Effekte. Damit sind etwa die verringerten Tourismusströme gemeint, aber auch die geringeren Exporte nach China. Die hausgemachten Folgen wie auch die Nebenwirkungen tragen in etwa zu gleichen Teilen zum Minus bei.

Die gute Nachricht ist, dass die Wirtschaft diesen Einbruch ab dem zweiten Quartal bis zum Jahresende weitgehend wettmachen sollte. Im besten Fall, so Hatzius’ Folgerung, könnte das globale Wirtschaftswachstum 2020 gegenüber dem Vorjahr minim zulegen, von 3,1 auf 3,25% – vorausgesetzt, dass China drastische Massnahmen ergreift, um die Epidemie möglichst schnell einzudämmen. Sollte sich das Virus aber bis ins zweite Quartal negativ auf China und seinen Warenhandel auswirken, könnte aufs ganze Jahr gesehen ein Rückgang des globalen Wachstums um bis zu 0,3 Prozentpunkte drohen.

(Quelle der Grafik: Goldman Sachs)