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Der Chart des Tages

Der grosse ETF-Irrtum?

Pascal Meisser

Seit einiger Zeit hält sich die Idee, dass aktiv handelnde Fondsmanager den Investoren keinen Mehrwert bieten. Sie könnten die gegenüber passiven Anlageprodukten höheren Kosten nicht rechtfertigen, weil sie vor allem längerfristig mit der expliziten Wahl von Wertschriften den Markt kaum je schlagen würden.

Alles falsch, sagt nun die Schweizer Grossbank UBS (UBSG 11.135 1.23%) in einer Studie – eine Bank, die notabene sowohl aktiv wie auch passiv gemanagte Anlageprodukte anbietet. Wie der heutige Chart des Tages zeigt, bringen aktiv handelnde Fondsmanager nach den Erkenntnissen der UBS sehr wohl einen Mehrwert, gerade auch über die Zeit. Allerdings nur, wenn eine Voraussetzung beachtet wird.

In den US-Märkten scheint eine aktive Anlagestrategie nicht zu funktionieren. Nimmt man den globalen Markt und klammert US-Aktien aus, dann haben aktive Strategien über die vergangenen zwanzig Jahre die passiven nach Abzug der Kosten im Schnitt um 20 Prozentpunkte übertroffen.

Dass die USA eine Ausnahme bilden, liegt vor allem an der Konstruktion des Marktes. Wenn allein fünf Aktien schon fast 20% des breiten S&P-500-Index ausmachen und sie seit Jahren überdurchschnittlich performen, wird es in der Tat schwierig, mit einer alternativen Titelauswahl und -gewichtung dagegenzuhalten.

Die klare Aussage der UBS-Auswertung ist überraschend. Eine gross angelegte Studie, die die ZKB-Tochter Swisscanto vergangenes Jahr präsentiert hat, kommt zu einem differenzierteren Bild: Nach Gebühren konnten Retail-Fonds mit Aktien ausserhalb der USA eine kleine Überrendite erreichen – doch sie ist nicht statistisch signifikant. Bei günstigeren institutionellen Fonds sieht es besser aus.

(Quelle der Grafik: UBS)