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Der Chart des Tages

Kinosäle bleiben leer.

Frank Heiniger

Die Coronavirusepidemie hat China weiterhin fest im Griff. In vielen Regionen des Landes ist das Alltagsleben praktisch zum Stillstand gekommen. Zwar haben die lokalen Aktienmärkte die Verluste, die sie nach der Wiederaufnahme des Handels erlitten hatten, bereits wettgemacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften die konsumnahen Branchen aber noch für Monate belasten.

Die dramatischen Auswirkungen zeigen sich etwa an den Kinokassen: Eigentlich hätte 2020 gemäss den letztjährigen Prognosen der Branchenumsatz in China erstmals die Einnahmen im US-Markt übertreffen sollen. An diese Wachablösung ist nun aber nicht mehr zu denken.

Mit dem Ausbruch der Epidemie wurden landesweit praktisch alle Kinos (rund 70’000 Säle) geschlossen – und dies gerade in der Periode um das chinesische Neujahr, die normalerweise zu den einträglichsten des ganzen Jahres gehört. Wurden 2019 in den zwanzig Tagen Kinotickets im Wert von 1,5 Mrd. $ abgesetzt (graue Kurve), summiert sich das Verkaufsvolumen dieses Jahr auf weniger als 4 Mio. $ (rote Kurve). Und selbst wenn die Epidemie bald eingedämmt werden kann, dürfte es noch lange dauern, bis die chinesische Bevölkerung genug Vertrauen gefasst hat und wieder in Massen in die Kinosäle strömt.

Die chinesische Filmindustrie hat den Staat bereits um Hilfe gebeten. Ohne Unterstützung der öffentlichen Hand dürften viele Branchenvertreter über die kommenden Monate in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten.

(Quelle der Grafik: Goldman Sachs)

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