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Der Chart des Tages

Wie sähe die US-Aktienwelt ohne FANMAG aus?

Martin Lüscher, New York

Sie sind die Aktien der Stunde: Facebook, Apple, Netflix, Microsoft, Amazon und Google-Mutter Alphabet – FANMAG. Die Tech-Kolosse aus dem Silicon Valley und Seattle treiben die amerikanischen Aktienmärkte von Rekord zu Rekord.

Selbst gegen das Coronavirus Covid-19 scheinen sie immun zu sein. Zwar warnte der iPhone-Hersteller Apple Anfang Woche vor den wirtschaftlichen Folgen des Virus – das setzte die Valoren erwartungsgemäss auch unter Druck. Aber einen Tag später war die Scharte bereits fast ausgewetzt.

Die Tech-Giganten spielen in einer eigenen Liga. Das verdeutlichen die jüngsten Quartalsabschlüsse erneut. Gemäss einer Analyse des Finanzhauses Goldman Sachs per 13. Februar verdankt der S&P 500 das Gewinnwachstum von 2% im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und Alphabet. Denn sie wiesen ein Gewinnplus von 16% aus, während die Überschüsse der restlichen 495 Indexvertreter im Mittel stagnierten.

Analog zur starken Kursentwicklung steigt auch das Gewicht im S&P 500 immer weiter. Unterdessen haben die FANMAG-Aktien gemäss Yardeni Research einen Börsenwert von 5,7 Bio. $, was 20,4% des S&P 500 entspricht. Anfang 2015 waren es erst 10%. Gewachsen ist auch der Anteil am Gewinn, von 7% Anfang 2015 auf 11% Mitte Februar.

Da die Gewinnentwicklung mit der Kursperformance nicht mithalten kann, sind die FANMAG-Aktien immer teurer geworden. Das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erreichte zuletzt einen Wert von 35.

Das vorausschauende KGV des S&P 500 beläuft sich auf 19. Exklusive der sechs Tech-Titanen beträgt es gar nur 17 oder etwa so viel wie 2015 oder 2017. Der US-Aktienmarkt ex FANMAG ist also gar nicht so teuer, wie es der Gesamtindex glauben macht.

(Quelle der Grafiken: Yardeni Research)