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Der Chart des Tages

Langfristzinsen so tief wie nie.

Peter Rohner

Eine Gesundheitskrise in China, akute Rezessionsgefahr in Japan, Deutschland und Italien und dazu noch ein Wahljahr in den USA. All diese Risiken lassen die Aktienmärkte kalt.

Ganz anders an den Bondmärkten. Dort steigen die Kurse, und entsprechend sinken die Renditen, als steuere die Weltwirtschaft auf die nächste grosse Krise zu.

Besonders eindrücklich ist der Renditeschwund am langen Ende. Die Verzinsung der dreissigjährigen US-Staatsanleihen ist unter 1,92% gefallen. So gering war sie noch nie in der Geschichte.

Mit dem Run auf sichere Staatsanleihen mit längerer Restlaufzeit hat sich auch die Zinskurve wieder invertiert. Von einer inversen oder verkehrten Zinskurve spricht man, wenn die Anleihen mit zunehmender Laufzeit weniger Rendite abwerfen. Diese Anomalie ist nun wieder der Fall.

Bis zu einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren amerikanische Staatsanleihen weniger als der Dreimonatszins.

Die obige Grafik zeigt die aktuelle US-Zinskurve (blau) im Vergleich zur Situation vor einem Monat und vor zwei Jahren (grau). Auch vor Ausbruch der Coronavirusepidemie war die US-Zinskurve sehr flach, aber noch nicht invers (vgl. orange Linie).

Der Renditedruck am langen Ende zeugt von einem gehörigen Mass an Pessimismus, der so gar nicht zu den steigenden Börsenkursen und den niedrigen Kreditrisikoaufschlägen passt.

(Quelle der Grafik: Bloomberg, FuW)

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