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Der Chart des Tages

Der Euro ist fester, als es der Wechselkurs zum Dollar nahelegt.

Andreas Neinhaus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 4770 1.06%)) entscheidet am Donnerstag, ob auch sie wie alle anderen Zentralbanken ihre Geldpolitik angesichts der dramatischen Situation an den Märkten ändern muss. In erster Linie blickt sie dabei auf den Wechselkurs.

Der Euro wertet sich zum Franken stetig ab. Die SNB bremst den Abwärtstrend allerdings, indem sie Devisen ankauft. Heute Morgen notiert der Wechselkurs unter 1.06 Fr./€. Die SNB hat dazu allein letzte Woche über 4 Mrd. Fr. für Interventionen ausgegeben.

Bisher reichten die Interventionen der Schweizer aus. Dabei kommt ihnen zur Hilfe, dass der Euro nicht unter einem allgemeinen Abwertungsverdacht steht. Die Währung hält sich insgesamt betrachtet besser als in vergangenen Phasen, beispielsweise während der globalen Finanzkrise 2009.

So hat sich die Gemeinschaftswährung zum Dollar zeitweise aufgewertet. Denn die USA verfügten über mehr Spielraum, um die Leitzinsen zu senken resp. den Zinsvorteil des Dollars abzubauen. Das US-Fed hat nun am Sonntag Tabula rasa gemacht und den Leitzins 1 Prozentpunkt auf 0 bis 0,25% gesenkt. Der Euro gewann daraufhin zum Dollar 0,55% und verbesserte sich auf 1.12 $/€.

Auch der Verlauf der Notierungen von Schwellenländerwährungen stärkt bisher den Euro. Dort führt der massive Kapitalabfluss dazu, dass die lokalen Währungen stark unter Abgabedruck geraten sind. Das spiegelt sich im handelsgewichteten Euroindex (Grafik: hellblaue Linie, rechte Skala). Er umfasst ein breites Spektrum an Währungen, gewichtet nach dem Anteil im Aussenhandel.

So gemessen ist der Euro seit Ausbruch der Covid-19-Krise insgesamt um 5% stärker geworden.

(Quelle der Grafik: Nordea (NDA SE 49.62 3.42%))