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Der Chart des Tages

Schlimmer als das Brexit-Chaos.

Pascal Meisser

Die Coronakrise hat das britische Pfund stärker in die Knie gezwungen als irgendeine andere wirtschaftliche Notsituation in den vergangenen Jahrzehnten. Weder die Finanzkrise 2008/09 noch die Zeiten der grössten Brexit-Wirren haben derart auf der britischen Valuta gelastet.

Gegenüber dem Dollar ist das Pfund unter die Marke von 1.16 gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit 1985. Wie der obige Chart zeigt, fiel die britische Währung auch zum Franken auf ein Mehrjahrzehntetief: Aktuell liegt das Währungspaar bei rund 1.12 Fr. Allein in den vergangenen zehn Tagen ist das Pfund über 10% gesunken.

Als im vergangenen Jahr das Szenario eines harten Brexit immer reeller wurde, notierte das Pfund wenigstens noch bei 1.16 Fr. resp. 1.20 $. Bereits da preisten die Währungsmärkte die Möglichkeit einer Rezession auf den britischen Inseln ein. Heute scheint ein negatives Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr schon fast ausgemachte Sache zu sein, da derzeit die Zahl der Coronaerkrankten weiterhin steil steigt.

Dass in der aktuellen Konstellation gerade das Pfund schwächelt, mag kaum überraschen. Angesichts des weiterhin unsicheren Ausgangs der Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) über ein Freihandelsabkommen war die Währung ohnehin schon in einem fragilen Zustand, nun hat das Coronavirus die Flucht der Investoren aus dem Pfundraum weiter beschleunigt.

(Quelle der Grafik: FuW, FactSet)