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Der Chart des Tages

Mögen die Spiele nicht beginnen.

Sylvia Walter

Das Olympische Feuer war bereits im Gastgeberland Japan angekommen. Doch nun wird die Flamme gelöscht. Auf vielfachen Druck wurden die Spiele in das Jahr 2021 verschoben. Coronavirus sei Dank.

Immer weniger Städte und Länder bewerben sich als Austragungsort für das Sportspektakel, denn unter dem Strich erweisen sich die Spiele als finanziell nicht attraktiv. Auch in Japan liefen die Kosten zwischenzeitlich komplett aus dem Ruder. Der Stararchitekt für das Stadion in Tokio wurde auch schon einmal ausgewechselt.

Wie die Analysten von Capital Economics betonen, ist die Verschiebung der Spiele für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) kein nennenswerter Bremser. Vielmehr sind es die Bauarbeiten und die Ausgaben im Vorfeld, die jeweils wachstumswirksam sind. Somit ist die stärkste positive Wirkung bereits in den Jahren 2018 und 2019 anzusiedeln.

Wie aus dem obigen Chart hervorgeht, sind die Einnahmen, die dem jeweiligen Austragungsort in Form von höheren Einzelhandelsverkäufen zufliessen, ebenfalls eher bescheiden. Sydney bildet nur deshalb die Ausnahme, weil die Verkaufszahlen durch eine Mehrwertsteuererhöhung verzerrt wurden. In Atlanta, Athen und Rio waren die Verkäufe in den Monaten um die Spiele sogar schwächer als in den Vorjahresmonaten.

Unter dem Strich geht Capital Economics nicht davon aus, dass die Verschiebung der Olympischen Spiele das konjunkturelle Bild Japans zusätzlich verdüstert. Der Besucherstrom wäre sowieso ausgeblieben. Bereits ohne diese Absage veranschlagten die Analysten einen Rückgang des japanischen BIP von 4% im laufenden Jahr.