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Der Chart des Tages

Die Medizin wirkt.

Martin Lüscher, New York

Die Worte von Jay Powell haben Gewicht. Mit seinen Ankündigungen bewegt der Chef der amerikanischen Zentralbank die Märkte. Das hat sich erneut Anfang Woche gezeigt. Am Montag meldete Powell, dass das Fed demnächst Unternehmensanleihen mit Kreditqualität und möglicherweise gar Exchange Traded Funds (ETF) kaufen werde – ein Novum.

Investoren frohlockten. Der grösste ETF für Unternehmensanleihen sah am Montag gemäss dem Finanzdatenanbieter Bloomberg einen Zufluss von 1,1 Mrd. $ – der zweithöchste Betrag in der achtzehnjährigen Geschichte des ETF.

Mit der Ankündigung beruhigte Powell die Marktteilnehmer. Denn wegen des durch die Coronaviruspandemie ausgelösten Stillstands der US-Wirtschaft drohen vielen Unternehmen Zahlungsausfälle oder gar der Bankrott – mindestens aber Schwierigkeiten beim Zugang zum Kapitalmarkt. Ein Szenario, dem Anleger mit dem Verkauf von Unternehmensanleihen zuvorkommen wollten.

Dank des Kapitalzuflusses ist der ETF seit Wochenbeginn 15% avanciert. Bis zum Höchst fehlen zwar noch 10%, doch Panik herrscht derzeit keine mehr. Anders sieht es hingegen am Markt für Ramschanleihen (Junk Bonds) aus. Dort hat sich die Lage nicht verbessert. Denn Unternehmensanleihen ohne das Gütesiegel Anlagequalität (Investment Grade, Rating AAA bis BBB) profitieren von der jüngsten Massnahme des Fed nicht.