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Der Chart des Tages

Die US-Industrie ist trotzdem zuversichtlich.

Andreas Neinhaus

Die Kluft zwischen steigenden Aktienkursen und fallenden Wirtschaftsdaten in der Realwirtschaft ist weiterhin gross. Konjunkturforscher sind skeptisch. Sie befürchten, dass Anleger die ökonomischen Risiken unterschätzen. Aber nicht nur die Finanzinvestoren wetten auf eine baldige Besserung der Situation, sondern auch viele Unternehmer.

Das zeigt der Index des Geschäftsklimas, den die US-Distriktnotenbank von Philadelphia erhebt. Es handelt sich um eine Befragung von rund 250 Industrieunternehmen in dem Bezirk, der neben Delaware auch Teile der Bundesstaaten Pennsylvania und New Jersey umfasst. Frappant ist, wie sehr die Umfrageergebnisse zwischen Lage und Ausblick voneinander abweichen. Im April ist die Geschäftslage in der Industrie abgestürzt und fällt im Mai kaum verändert negativ aus (im Chart: hellblaue Linie). Dagegen äussern sich die befragten Firmen fast unverändert über die Geschäftsaussichten: ein minimaler Rückgang im April, der in der neuen Umfrage schon ausgeglichen wurde (im Chart: dunkelblaue Linie).

Generell überwiegen bei den Geschäftsaussichten die positiven Antworten. So gibt es weiterhin mehr Unternehmen, die damit rechnen, dass sie in sechs Monaten die Kapazitäten erweitern und auch mehr Personal einstellen werden, als solche, die ihre Investitionen zurückfahren wollen. Offen ist nur, wer am Ende recht behält: die Konjunkturforscher, die vor einer anhaltend hohen Arbeitslosigkeit warnen, die die Konsumnachfrage schwächen wird, oder die Industrie, die auf das Ende des staatlich verordneten Lockdown und die Rückkehr zur Normalität setzt.

(Quelle: TS Lombard)

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