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Der Chart des Tages

Warum der Euro die EZB beschäftigt.

Andreas Neinhaus

Es gab Episoden, in denen sich die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) einen festeren Euro herbeisehnten, 2011/12 zum Beispiel oder 2007, als sich der Euro kräftig abwertete. Der Sommer 2020 zählt nicht dazu. Der Dollar hat seit März kontinuierlich an Wert verloren, und seit der Einigung der EU-Mitglieder über einen mehrjährigen, milliardenschweren Wiederaufbaufonds notiert der Euro immer fester.

EZB-Vertreter unterstreichen immer wieder, dass der Wechselkurs sie nicht betrifft. Das Gremium betreibe Geld-, aber keine Währungspolitik. Doch was ist, wenn die Währungsentwicklung den geldpolitischen Kurs der Zentralbank stört? Das lässt sich gegenwärtig beobachten. Der obige Chart zeigt den Index der finanziellen Rahmenbedingungen in den USA und im Euroraum (Financial Conditions Index, FCI). Er fasst die Signale zusammen, die von der Entwicklung der kurz- und der langfristigen Zinsen, den Aktienkursen und dem nominalen Wechselkurs der Landeswährung gegenüber den wichtigsten ausländischen Valuten ausgehen. Mit Zinssenkungen und umfassenden Wertpapierkäufen an den Märkten schaffen die Notenbanken in beiden Währungsräumen mehr Liquidität und sorgen für expansive finanzielle Rahmenfaktoren. Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.

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