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Der Chart des Tages

Macht investieren jetzt arm?

Alexander Trentin

Die Performance eines passiven Portfolios kann sich über die vergangenen Jahre sehen lassen. In Dollar gerechnet hat seit dem Jahr 2009 eine «dumme», breit gestreute Anlage in 60% US-Aktien und 40% US-Staatsanleihen eine Performance von über 200% eingebracht. Das entspricht einer jährlichen Performance von mehr als 10%, inflationsbereinigt sind es gut 8%.

Doch je höher die Aktien- und die Anleihenkurse steigen, desto weniger bleibt noch Luft nach oben. Anleger müssen sich unbequeme Fragen stellen. Die Bewertungen der Aktien sind deutlich höher als vor elf Jahren – wie hoch kann die Bewertung noch steigen? Die Anleihenpreise sind so hoch, weil die Zinsen gesunken sind – und wie tief können die Zinsen noch fallen?

Der Anlagestratege John Hussman hat eine Formel aufgestellt, um die Performance eines gemischten US-Portfolios über die nächsten zwölf Jahre vorherzusagen. Die künftige Aktienrendite wird anhand eines Bewertungsmasses (Marktkapitalisierung im Verhältnis zur Bruttowertschöpfung in der US-Volkswirtschaft) geschätzt. Die Anleihenperformance wird mithilfe der aktuellen langfristigen Marktzinsen prognostiziert. Das Ergebnis: So niedrig war die erwartete Performance für passive Anleger noch nie.

Nach Hussmans Formel macht investieren jetzt arm. Die erwartete annualisierte Performance über die nächsten zwölf Jahre liegt – inflationsbereinigt – nun unter null, bei –0,95%. Das zeigt die blaue Linie in der obigen Grafik. Die rote Linie zeigt den bisherigen, tatsächlichen Verlauf ab dem jeweiligen Anfangszeitpunkt.

Preisblasen konnten in der Vergangenheit für Abweichungen von der erwarteten Performance sorgen – etwa bis zum Jahr 1988. Und das gilt auch für die letzten Jahre: Ab den Anfangszeitpunkten 2004 bis 2008 liegt die realisierte Zwölfjahresperformance höher als die erwartete.

Hussman lehnt ein passives Portfolio daher ab. In einem Kommentar erklärt er, wie man stattdessen investieren kann: «Die Alternative ist geduldige Disziplin, die den inneren Wert berücksichtigt; flexibel bezüglich Änderungen der Bewertungen, der Marktstruktur und anderer Faktoren.» Wenn man die Geschichte des Marktes studiere, dann sehe man, dass sich die erwartete Performance stetig ändere und gelegentlich nach oben schiesse. Dann müsse man zugreifen.

(Quelle der Grafik: John B. Hussman) Bitte , um diesen Artikel vollständig zu lesen.