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Der Chart des Tages

Alarmsignale aus der Vergangenheit.

Christoph Gisiger

Quelle: Lombardi Publishing

Der Auftrieb an den US-Börsen hat in den vergangenen Tagen etwas an Kraft verloren. Das mag mitunter damit zu tun haben, dass Investoren zunächst die wichtigen Arbeitsmarktdaten vom Freitag abwarten, um daraus Rückschlüsse auf den weiteren Kurs der US-Notenbank zu ziehen. Trotz der Verschnaufpause notiert der Leitindex S&P 500 (SP500 3380.16 0.18%) seit Anfang Jahr aber nach wie vor satte 25% im Plus und ist auf dem Weg zum besten Jahr seit 2003. Der Dow Jones (Dow Jones 29398.08 -0.09%) Industrial hat derweil 21% gutgemacht, und der Nasdaq Composite ist sogar 34% vorgeprescht.

Diese fulminanten Avancen sind zwar erfreulich. Zu denken gibt jedoch, was die Börse derzeit antreibt. Ein bedeutender Faktor für die Kursgewinne ist, dass Anleger vermehrt Schulden aufnehmen und dieses Geld dann in Aktien investieren. Wie der Chart des Analysediensts Lombardi Publishing zeigt, haben sich Investoren an der New York Stock Exchange dafür noch nie so stark verschuldet: Mit über 400 Mrd. $ bewegt sich die sogenannte Margin Debt auf Rekordniveau und übertrifft die Höchststände der Jahre 2000 sowie 2007.

Das Alarmierende an diesem spekulativen Verhalten ist, dass es ebenso den Trend nach unten beschleunigen kann. Nur schon eine geringfügige Korrektur kann beispielsweise dazu führen, dass die Gläubiger plötzlich nervös werden und ihr Geld zurückfordern. Um ihre Schulden zurückzuzahlen, müssen Investoren dann Aktien verkaufen, wodurch die Kurse noch mehr unter Druck geraten. Weitere Aktien müssen veräussert werden, und eine gefährliche Abwärtsspirale kommt in Gang. An Wallstreet auch als Margin Call bezeichnet, haben solche Kreditrückforderungen bereits beim Börsencrash von 2000 sowie 2007/08 eine zentrale Rolle gespielt.

Den Chart des Vortages finden Sie hier.