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Der Chart des Tages

Einträgliche Schulden.

Sylvia Walter

Aktuell sind in der Schweiz zwei Lager auszumachen, die in der Diskussion über die Schuldenaufnahme des Staates entgegengesetzte Meinungen vertreten. Einerseits wird vielerorts die Knausrigkeit der Behörden bemängelt, wenn es darum geht, coronabedingt notleidende Branchen grosszügiger zu unterstützen. «Gerade die Schweiz könnte sich dies doch leisten», ist die oft geäusserte Kritik. Auf der anderen Seite stehen die Bedenkenträger, die angesichts der wachsenden Schuldenberge vor künftiger Fiskalnot warnen und auf die Schuldenbremse verweisen.

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (Kof) hat Berechnungen angestellt, wie sich die wichtigen Indikatoren der Verschuldungssituation entwickelt haben. Mit einer Schuldenquote von voraussichtlich etwa 30% des Bruttoinlandprodukts im Jahr 2020 befindet sich die Schweiz im internationalen Vergleich auf äusserst komfortablem Niveau. Der Bund erwartet einen Anstieg um 3,4 Prozentpunkte im vergangenen Jahr, wobei die Kof angesichts der zweiten Welle auch einen deutlich stärkeren Anstieg nicht ausschliesst. Selbst dann sei die Lage der öffentlichen Finanzen hierzulande grundsolide. In den USA beträgt der Anstieg der Schuldenquote wohl mehr als 19 Prozentpunkte, in der Eurozone 16 Prozentpunkte. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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