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Der Chart des Tages

Falsche Angst vor Gewinnwarnungen.

Pascal Meisser

Seit einigen Monaten hangeln sich viele Börsen von Rekordhoch zu Rekordhoch – oder haben zumindest deutlich zugelegt. Das sorgt bei nicht wenigen Anlegern für Stirnrunzeln. Die Frage, die sich ihnen stellt: Können die Unternehmen im laufenden Jahr die bereits hohen Gewinnerwartungen erfüllen? Oder sind die Voraussagen übertrieben? Im zweiten Fall könnten bei einigen Titeln spürbare Kursverluste drohen.

Für Entwarnung sorgen will dieser Tage Morgan Stanley (MS 87.70 +1%). Die US-Investmentbank zeigt im heutigen Chart des Tages auf, dass – zumindest in den vergangenen zwanzig Jahren – ein hohes prognostiziertes Gewinnwachstum jedes Mal in der Realität noch übertroffen wurde.

Aktuell beträgt das geschätzte Gewinnwachstum für Aktien aus der Eurozone 47,1%. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2001. Weniger aggressiv sind die Schätzungen für den US-Markt. Dort soll der Gewinn pro Titel gemäss Prognosen um 20,5% steigen.

Wie die Zeitreihe zeigt, wurden sowohl 2003 (nach der Dotcom-Blase) als auch 2010 (nach der Finanzkrise) hohe Erwartungen an das Gewinnwachstum jeweils deutlich übertroffen. Ganz anders sieht es in den Zwischenjahren aus, wo selbst durchschnittliche Vorgaben der Analysten deutlich häufiger verfehlt wurden.

Zur Erläuterung, weil die entsprechenden Vergleiche im Chart nicht dargestellt werden: 2003 war das erwartete Gewinnwachstum für die Eurozone bei 35% und für die USA bei 14%, effektiv erzielt wurden 55 resp. 23%. 2001 lagen die Prognosen für Unternehmen aus der Eurozone bei 29% und für die aus den USA bei 26%, das tatsächliche Gewinnwachstum war dann aber bei 40 resp. 48%.

(Quelle des Charts: Morgan Stanley)

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