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Der Chart des Tages

Trotz rekordtiefer Zinsen: Die Wende lässt auf sich warten.

Tommaso Manzin

Quelle: Zerohedge, Goldman Sachs (GS 195.64 0.34%)

Drei Dinge fallen beim Betrachten des obigen Charts auf: erstens die extrem hohen Renditen der zehnjährigen Treasuries in den Siebziger- und Achtzigerjahren mit dem Höhepunkt 1981, als der damalige Vorsitzende der US-Notenbank, Paul Volcker, die Leitzinsen auf bis zu 20% anhob, um die Inflation zu bekämpfen. Wenn man die ganze Phase von 1945 bis heute, die wie der jahrzehntelange Aufbau einer gigantischen Blase nach 1981 aussieht, ausklammert – und das ist die zweite Auffälligkeit –, scheint es so etwas wie einen langfristigen fallenden Trend der Renditen seit 1790 zu geben. Drittens waren die Renditen noch nie so tief wie 2012.

Sollte der Trend nun wirklich kehren oder sollten die Zinsen jedenfalls nach der gut dreissigjährigen Bondrally seit 1981 markant steigen, dann würde das auf dem heutigen Verschuldungsgrad nicht nur zu einem anhaltenden Blutbad am Bondmarkt führen. Es würde auch die Solvenz der Staaten erneut gefährden. Gerade deshalb ist es gut möglich, dass die Notenbanken den Zinsanstieg noch für einige Zeit mit allen Mitteln verhindern werden.

Den Chart von gestern finden Sie hier.

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