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Der Chart des Tages

Klein und billig.

Peter Rohner

Die Lage in der Ostukraine bleibt angespannt. Die USA halten eine Invasion der Russen jederzeit für möglich. Für nächste Woche ist ein Treffen der beiden Aussenminister Sergei Lawrow und Antony Blinken angesagt.

Für die Finanzmärkte gilt: Eine weitere Eskalation würde risikoreiche Anlagen überdurchschnittlich in Mitleidenschaft ziehen, und dazu gehören auch die Aktien von kleinkapitalisierten Unternehmen. Doch wer langfristige investiert und durch diese imminente Bedrohung hindurchschaut, findet in den US-Nebenwerten (Small Caps) eine günstige Konstellation. Die Gewinnaussichten sind intakt, aber die Kurse im Keller.

Gemäss Analystenschätzungen sollte der Gewinn der kleineren US-Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten 15% zunehmen, während die Grossen nur noch 9% mehr Profit machen werden als im Vorjahr. Das auf den Gewinnschätzungen basierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Nebenwerteindex S&P 600 beträgt damit 14 (vgl. rote Kurve im unteren Teil der Grafik). Die 500 grössten US-Gesellschaften werden dagegen im Schnitt zu einem KGV von 20 gehandelt.

Dieser Bewertungsabschlag für die Nebenwerte ist eine Anomalie. Historisch werden die Kleinkapitalisierten mit einer Prämie gehandelt. Wie ausserordentlich der Bewertungsvorteil der Small Caps ist, zeigt auch der obere Teil der Grafik. Er stellt einen relativen Bewertungsindikator basierend auf KGV, Kurs-Buchwert- und Kurs-Umsatz-Verhältnis dar. Im Vergleich zum S&P 500 ist der S&P 600 massiv unterbewertet. Der Indikator ist zwei Standardabweichungen unter dem Mittelwert.

(Quelle der Grafik: BCA Research)