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Der Chart des Tages

Nur drei Mal hat es geklappt.

Martin Lüscher

Die Chancen stehen schlecht. Nur drei Mal konnte das Federal Reserve bisher einen Zinserhöhungszyklus durchführen, ohne dabei eine Rezession auszulösen: 1965, 1984 und 1994. In den anderen sieben Fällen kam es jeweils zu einem Rückgang der amerikanischen Wirtschaftsleistung.

Und nun ist es wieder so weit. Am 16. März hat die US-Notenbank das Zielband des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 0,25 bis 0,5% erhöht. Wie deutlich das Fed an der strafferen Geldpolitik festhalten will, betonte Fed-Chef Jerome Powell am Montag an seiner Ansprache vor der National Association for Business Economics.

Nicht nur schloss er einzelne Straffungsschritte in der Höhe von 50 Basispunkten nicht aus, sondern erklärte, dass er, falls notwendig, den Leitzins auf ein Niveau erhöhen würde, das die Konjunktur belasten würde. Gestiegen sind entsprechend die Erwartungen der Investoren zur künftigen Geldpolitik. Ende Jahr wird gemäss Terminkontrakten an der CME ein Leitzins von 2,25 bis 2,5% erwartet.

Ob ein solcher Straffungszyklus – inklusive einer möglichen Reduktion der Fed-Bilanz – zu einer Rezession führt, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Die Marktteilnehmer gehen aber davon aus, dass das Fed die sanfte Landung schafft. So kann zumindest die reale Zinskurve interpretiert werden, die im Gegensatz zur nominalen Zinskurve nicht kurz davor steht, zu invertieren. Beträgt die Differenz zwischen den Renditen der zwei- und zehnjährigen Laufzeiten doch noch mehr als 1,5 Prozentpunkte.

(Quelle der Grafik: St. Louis Fed)