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Der Chart des Tages

Schlechte Vorzeichen für den Lieferkettenstress.

Alexander Trentin

Die globalen Lieferketten sind durch die Lockdowns in China wieder bedroht. Die obige Grafik zeigt, dass hunderte Schiffe darauf warten, an den Containerhäfen von Schanghai be- oder entladen zu werden. Der Yangshan-Containerhafen ist der grösste der Welt. Die Zahl der wartenden Schiffe ist in den vergangenen Wochen nach oben geschossen.

Ein erst auf eine Woche begrenzter, streng durchgesetzter Lockdown in Schanghai wurde auf unbestimmte Zeit verlängert. China verfolgt eine «Zero Covid»-Politik, bei der Gebäude, Stadtteile und ganze Städte beim Auftreten von einzelnen Covid-19-Fällen abgeriegelt werden. So sind die öffentlichen Transportmittel ganz ausgesetzt.

Die Häfen in Schanghai sind zwar offen, aber wegen des Lockdown fehlen Hafenarbeiter. Gemäss der «South China Morning Post» wird nur die Hälfte der Kapazität des Yangshan-Hafens genutzt. Immerhin soll die Wartezeit für Containerschiffe noch auf 24 Stunden beschränkt sein. Bei den meisten wartenden Schiffen handle es sich um Frachter mit unverpackten Rohstoffen, sogenannte Schüttgutverschiffung (Bulk Shipping).

Experten sind im Herbst vergangenen Jahres davon ausgegangen, dass die Unterbrüche von Lieferketten ihren Zenit überschritten haben. Diese Entwarnung war wohl verfrüht. Neben dem Nadelöhr in China belastet auch der Ukrainekrieg: Sanktionen gegen Russland, Werkschliessungen und Unterbrüche bei der Lieferung von Rohstoffen belasten die Supply Chains zusätzlich.

Der Druck auf die Lieferketten nimmt also wieder zu. Darunter wird das globale Wirtschaftswachstum leiden, da Industrien wegen Komponentenmangel Aufträge nicht erfüllen können, und die schon hohe Inflation wird weiter angeheizt, da Güter knapper werden.

(Quelle der Grafik: VesselsValue)