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Der Chart des Tages

Die Finanzstabilität ist in Gefahr.

Sylvia Walter

Die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) machen sich Sorgen um den stetig steigenden Anteil von Staatsobligationen auf den Bilanzen von Geschäftsbanken der jeweiligen Länder. Insbesondere in den Schwellenländern (Emerging Markets) besitzen die Banken so viele der ausstehenden heimischen Staatsschulden, dass die Anleihen im Schnitt 17% des Gesamtvermögens (Total Assets) ausmachen.

Im Zuge der Pandemie und der damit verbundenen Fiskalpakete emittierten Staaten in den vergangenen Jahren grosse Volumen an Obligationen, und die Banken der jeweiligen Länder griffen herzhaft zu. Spätestens seit der europäischen Staatsschuldenkrise wird diese enge Verflechtung von Regierungen und dem Finanzsektor jedoch mit kritischen Augen verfolgt. Dieser Staaten-Banken-Nexus birgt insbesondere dann Risiken, wenn sich schwache öffentliche Finanzen mit fragilen Banken verbinden.

Denn im Zuge der steigenden Marktzinsen verlieren diese Staatsanleihen auf den Bankbilanzen zusehends an Wert. Dadurch könnten die schwächeren Finanzhäuser gezwungen sein, die Kreditvergabe zurückzufahren, was wiederum die Wirtschaftsaktivität drosselt. Damit sinken die Steuereinnahmen des Staates, und die Budgetlage verschlechtert sich weiter. Ein sich selbst verstärkender Teufelskreis – der sogenannte Doom Loop – ist dann losgetreten.

(Quelle der Grafik: IWF)