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Der Chart des Tages

Das Klumpenrisiko Zyperns - und das der Schweiz.

Markus Diem Meier

Der Plan, in Zypern die Bankeinleger teilweise zu enteignen, weckt die Angst vor einem Run auf die Banken nicht nur dort, sondern auch in der übrigen Eurozone (hier, hier und hier lesen Sie mehr dazu).

Wenn Banken zu kollabieren drohen, hat das immer gravierende Konsequenzen für eine ganze Volkswirtschaft. Bei grossen Banken gilt das erst recht. Ganz besonders gefährlich ist es aber, wenn Anlagen von Banken die Leistungskraft einer Volkswirtschaft um ein Mehrfaches übersteigen und der Finanzsektor gefährdet ist. Das wissen wir in der Schweiz aus eigener Erfahrung – als die UBS (UBSG 11.34 0.35%) im Oktober 2008 gerettet werden musste. Auch Grossbritannien musste aus dem gleichen Grund Banken zu Hilfe eilen.

Wie die Grafik des Internationalen Währungsfonds aus dem Jahr 2011 klar macht, ist das kleine Zypern sogar noch stärker gefährdet. Beinahe das Sechsfache des Bruttoinlandprodukts machen da die Bankanlagen aus (nach neueren Quellen sogar das Siebenfache). Kollabieren die Banken dort, könnte Ähnliches folgen wie in Irland, das in eine schwere Rezession gerissen wurde, die Schuldenquote des Landes hat sich wegen der Bankenrettung dort ausserdem vervielfacht. Auch Irland musste daher Hilfe vom Euro-Rettungsschirm in Anspruch nehmen.

Hier finden Sie den Chart des Tages vom Freitag.