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Der Chart des Tages

Die Eins als Ziel.

Andreas Neinhaus

Der Dollar ist der grosse Gewinner des weltweiten Inflations- und Zinsschocks. Gegenüber den wichtigsten Währungen hat er sich seit Februar 9% aufgewertet, auch zum Franken. Die Kursverschiebung hat einen optischen Nebeneffekt: Die viel beachteten Wechselkurse zum Euro und zum Franken bewegen sich auf die Parität zu.

Beim Franken-Dollar-Wechselkurs ist sie bereits erreicht. Nach einer Aufwertung um 8 Rappen kostet 1 $ inzwischen 1.003 Fr. Das Euro-Franken-Paar liebäugelt schon länger mit diesem Kursniveau. Anfang März war der Kurs auf 1.02 Fr./€ gefallen. Die Nationalbank interveniert jedoch regelmässig, um eine weitere Euroabwertung zu verhindern.

Aber ob das gelingt, hängt vor allem von der US-Währung ab. Der Zinsvorteil, bessere Wachstumsraten und eine geringere Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sind starke Argumente, die Anlagegelder nach Übersee treiben und den Dollar stärken. Der Euro notiert daraufhin schwach. Er hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine 10 Ct. verloren. 1 $ kostet knapp 1.04 €.

Für die Währungsanalysten der Danske Bank (DANSKc 109.55 -1.13%) ist auch in diesem Wechselkurspaar die Parität das nächste Ziel. Selbst wenn die EZB, wie vergangene Woche angedeutet, diesen Sommer damit beginne, die Zinsen zu erhöhen, werde das nicht ausreichen, um die Dollarstärke zu stoppen. Sie prognostizieren, dass sich der Euro schrittweise auf 1.01 $/€ abwertet und in zwölf Monaten auf der Parität notiert. Zum Franken wird sie dann nach unten durchstossen: 1 € ist dann nur noch 0,99 Rp. wert.