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Der Chart des Tages

Nach den Zahlen unter Druck.

Frank Heiniger

Am europäischen Aktienmarkt nähert sich die Berichtssaison zum ersten Quartal langsam, aber sicher ihrem Ende. Die bislang publizierten Ergebnisse haben mehrheitlich positiv überrascht: 61% der Unternehmen im MSCI Europe haben die Gewinnerwartungen der Analysten um mindestens 5% übertroffen, während lediglich 25% die Prognosen um mehr als 5% verfehlt haben. Die Nettodifferenz von 36 Prozentpunkten ist im historischen Vergleich erfreulich – und höher, als die Analysten von Morgan Stanley es im Vorfeld der Berichtssaison erwartet haben.

Dennoch scheinen Anleger der Güte der vorgelegten Ergebnisse nicht so ganz zu trauen – respektive scheinen trübe Ausblicke die Quartalszahlen zu überdecken. Während positive Gewinnüberraschungen mit lediglich moderaten Kursavancen belohnt werden, fallen die Verluste nach Enttäuschungen deutlich heftiger aus.

Das unterstreicht der obige Chart: Die Kursdifferenz zwischen positiven und negativen Gewinnüberraschungen ist sowohl am Tag der Ergebnispräsentation (dunkelblaue Balken) als auch über eine Periode von fünf Tagen (hellblaue Balken) klar negativ. Für das letztere Zeitfenster zählt die Kursreaktion zu den schwächsten der vergangenen Jahre.

(Quelle der Grafik: Morgan Stanley)