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Der Chart des Tages

Real sieht es anders aus.

Martin Lüscher

US-Konsumenten sind in Spendierlaune. Im April haben sie gegenüber dem Vormonat 0,9% mehr ausgegeben für Konsumgüter, exklusive Autos betrug das Plus 0,6% – ein stattliches Wachstum. Noch stattlicher wird es, wenn die Ausgaben für Benzin herausgerechnet werden. Dann beträgt die Steigerung gegenüber dem Vormonat 1,3%.

Der Blick auf das Nominalwachstum ist zwar erfreulich. Er ist aber auch irreführend. Bereinigt um die Teuerung zeigt sich ein ganz anderes Bild. Die realen Konsumausgaben (gestrichelte Linie) haben sich seit dem Beginn des vergangenen Jahres von den nominalen Ausgaben (durchgezogene Linie) abgekoppelt. Im Gegensatz zu den nominalen Werten haben sie den bisherigen Rekord nicht übertreffen können.

«Die Kaufkraft ist vor allem bei Haushalten mit niedrigem Einkommen geschrumpft», kommentiert Beth Ann Bovino, US-Chefökonomin von S&P Global Ratings. Zwar können Haushalte laut Bovino auf die Ersparnisse zurückgreifen, die sie während der Pandemie angespart haben, um die höheren Preise aufzufangen. «Irgendwann ist dieser Puffer aber aufgebraucht.»

Die Inflation respektive der Unterschied zwischen nominalen und realen Konsumausgaben ist auch ein Grund, warum die Konsumentenstimmung im Keller ist, während die nominalen Konsumausgaben ein solides Wachstum ausweisen.

(Quelle der Grafik: S&P Global Ratings, Piper Sandler)