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Der Chart des Tages

Zykliker sind relativ günstig.

Frank Heiniger

Die Angst vor einer konjunkturellen Eintrübung hat über die vergangenen Monate vor allem die zyklischen Aktienmarktsegmente belastet. Defensivere, also weniger konjunkturabhängige Branchen konnten sich derweil vergleichsweise solide halten.

Diese unterschiedliche Entwicklung zeigt sich im relativen Bewertungsniveau: Konsultiert man das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis (rote Linie) – basierend auf den erwarteten Überschüssen der kommenden zwölf Monate –, notiert der Aufschlag der defensiven Sektoren gegenüber zyklischen Branchen im europäischen Aktienmarkt inzwischen bei 25%. Wie der obige Chart von UniCredit illustriert, hat sich die Prämie damit mehr als eine Standardabweichung vom langfristigen Durchschnitt (graue Linie) entfernt.

In der Vergangenheit hat auf solchen Niveaus die Entwicklung meist gedreht. Die relative Bewertung von zyklischen Aktien hat also im Vergleich zu defensiven wieder zugelegt. Dies könnte auch jetzt erneut passieren – gesetzt den Fall, dass konjunkturelle Belastungsfaktoren wie die hohen Inflationsraten, die geldpolitische Straffung und coronabedingte Einschränkungen langsam abebben. Wichtige Indizien zu den Wirtschaftsaussichten werden die am Mittwoch publizierten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Managers Index, PMI) geben.

(Quelle der Grafik: UniCredit)