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Der Chart des Tages

Noch zu teuer – auch gemäss Tobin's Q.

Martin Lüscher

Bewertungskennzahlen gibt es zuhauf: rückblickend, vorausschauend, über den Konjunkturzyklus normalisiert. Sie basieren auf dem Gewinn, dem Umsatz, dem Cashflow oder einer anderen Bilanzkennzahl – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Es geht aber auch näher an der realen Welt. Wie der Buffett Indicator beispielsweise, der die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung setzt. Oder Tobin’s Q. Dieser Indikator gibt an, wie hoch der Preis einer Aktie oder eines Index ist im Vergleich zum Wiederbeschaffungswert.

Auf Ebene der gesamten Volkswirtschaft wird dabei der aktuelle Börsenwert aller Unternehmen relativ zum Marktwert ihrer Vermögenswerte ins Verhältnis gesetzt. Je höher das Verhältnis, desto teurer erscheinen die Aktien.

Gemäss den jüngsten Flow-of-Funds-Daten des Federal Reserve ist dieses Verhältnis für den US-Aktienmarkt, gemessen per Ende des ersten Quartals, auf 1,6 gesunken. Das ist weniger als die 1,75 zum Höchst während der Pandemie – was auch dem Höchst seit der Erhebung der Daten 1955 entspricht. Aber immer noch doppelt so viel wie der Mittelwert von 0,8.

Wie David Rosenberg von Rosenberg Research schreibt, ist der jüngste Wertverlust am Aktienmarkt dabei noch nicht eingerechnet. Doch selbst mit den Verwerfungen seit April beträgt Tobin’s Q immer noch stattliche 1,4, schreibt Rosenberg. Das ist immer noch höher als in 95% der Messpunkte im Zeitraum seit 1955.

Geht es nach Tobin’s Q, ist die Schlussfolgerung klar: Die Bewertungskorrektur hat immer noch einen weiten Weg vor sich.

(Grafik: Rosenberg Research)