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Der Chart des Tages

China gibt Gegensteuer.

Alexander Trentin

Der chinesische Aktienmarkt ist ein Desaster. Er hat gemessen am MSCI China von seinem Hoch im März 2021 bis vergangenen Monat rund die Hälfte verloren. Nach teils verheerenden Regulierungsschritten und langen Corona-Lockdowns haben sich die Märkte nun stabilisiert. Die Kurse haben in wenigen Wochen rund 10% gutgemacht. Doch bleiben die Aktien auf Erholungskurs?

Zumindest von einer Seite herrscht Unterstützung: Mehr Liquidität sollte die Märkte stützen. Während die westlichen Zentralbanken die Zinsen erhöhen, setzt die People’s Bank of China eher auf eine geldpolitische Lockerung. Dazu kommt die politisch gelenkte Kreditvergabe der Grossbanken, wodurch schnell neues Geld in die Wirtschaft gepumpt werden kann.

Der Liquiditätsindikator von Morgan Stanley (vgl. Grafik) hat sich in den vergangenen zwei Monaten verbessert. Die makroökonomischen Bedingungen hätten sich damit aufgehellt, meinen die Analysten. Aber: «Es muss sich noch erweisen, ob die Erholung dieses Indikators einer echten Liquiditätsunterstützung für den Aktienmarkt entspricht.»

Auch ein Stimmungsindikator für die Aktien auf dem chinesischen Festland ist nun die dritte Woche in Folge gestiegen. Morgan Stanley hat es trotzdem nicht eilig, für chinesische Titel «völlig bullish» zu werden.

Dafür werden einige Gründe angeführt. Das inländische Wirtschaftswachstum bleibe eher schwach. Die US-Zinserhöhungen könnten auch chinesische Aktien belasten. Die Fragen um die Kotierung von chinesischen Unternehmen in den USA sind weiterhin unbeantwortet. Und die Spannungen zwischen den USA und China könnten sich verschärfen.

(Quelle der Grafik: Morgan Stanley)

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