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Der Chart des Tages

Rekordverluste für Euroanleihen.

Alexander Trentin

Selbst im Jahr 2008, während der Finanzkrise, haben Euro-Unternehmensanleihen keine so schlechte Performance erlitten. Fast 15% beträgt der Wertverlust des Anleihenindex seit Jahresanfang. Kein anderes Jahr seit Einführung des Euros war so miserabel für Bondinvestoren (vgl. Grafik oben).

Es gibt nur einen Lichtblick, meinen die Analysten von Société Générale: Die Komponente der Kreditrisiken in den Preisen – also insbesondere das Risiko eines Zahlungsausfalls – hat kaum etwas zu den Verlusten beigetragen, der Grossteil stammt von der Bewegung der «risikofreien» Staatsanleihen. Und immerhin hat man weniger verloren als in anderen Anlageklassen, wie etwa Aktien.

Doch es droht weiteres Ungemach: Die Risikoprämie werde sich noch mindestens 15 Basispunkte (Hundertstel Prozentpunkte) ausweiten, erwarten die SocGen-Analysten: «Wir vermuten, dass sich der Anleihenmarkt in der zweiten Jahreshälfte nicht bessert, sondern tatsächlich weiter verschlechtert.»

Wenn die Analysten richtigliegen, wird es noch gut ein Jahr dauern, bis die Risikoaufschläge ihren Höhepunkt erreicht haben. Erst danach, sagen sie voraus, werde die Kreditkomponente einen positiven Anteil zur Kursentwicklung beitragen.

Das Niveau der Prämien wird im Vergleich zu den Vorjahren erhöht bleiben. Das ist gut für die laufende Rendite: Die Euro-Unternehmensanleihen sollten dann «4 bis 5%» pro Jahr rentieren, meint SocGen.

(Quelle der Grafik: Société Générale)