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Der Chart des Tages

Der US-Immobilienmarkt kommt unter Druck.

Alexander Trentin

Häuser sind in den USA so unerschwinglich wie seit 2007 nicht mehr. Zu diesem Schluss gelangt man, wenn man die monatliche Zinslast für eine neue dreissigjährige Hypothek mit dem aktuellen Medianpreis eines Hauses multipliziert. Die so ermittelte Hypothekenzahlung als Anteil des monatlichen Einkommens eines Durchschnittshaushalts ist auf mehr als 27% gestiegen (vgl. Grafik).

Die Hypothek nach dem Kauf eines fremdfinanzierten Wohneigentums frisst also mehr als ein Viertel des Einkommens auf. Die Kosten haben sich damit in zwei Jahren fast verdoppelt. Grund sind die heftig gestiegenen Hypothekarzinsen, während auch die Hauspreise angezogen haben. Da sich immer weniger Haushalte Wohneigentum leisten können, kommt der US-Immobilienmarkt jetzt unter Druck.

Die Verkäufe von Wohneigentum haben nachgelassen, und die Zahl neu begonnener Bauprojekte ist rückläufig. Auch die Geschäftsstimmung bei den Baufirmen hat sich eingetrübt. Die Abkühlung im wichtigen Bau- und Immobiliensektor wird das Wirtschaftswachstum in den USA insgesamt schwächen. Gleichzeitig schrumpft wegen der höheren Hypothekarkosten das für den Konsum verfügbare Einkommen. Eine Rezession wird so wahrscheinlicher.

(Quelle: Longview Economics)