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Der Chart des Tages

Enttäuschende Bankaktien.

Alexander Trentin

Die Aktienkurse der Finanzinstitute müssten eigentlich viel höher stehen. Das legt der Vergleich der Bankvaloren mit den langjährigen US-Zinsen nahe. Wie die obige Grafik zeigt, besteht eine Gleichläufigkeit zwischen der relativen Performance der Banktitel (blau) und den Renditen zehnjähriger Treasuries (schwarz). Je höher die Rendite, desto besser haben sich in der Vergangenheit die globalen Finanzpapiere im Vergleich zum Gesamtmarkt entwickelt.

Doch den steilen Anstieg der Renditen seit Anfang Jahr haben die Bankwerte nicht mitgemacht. Sie liegen gegenüber dem Rest des Aktienmarktes weiterhin weit im Rückstand.

Normalerweise sollten höhere Renditen anzeigen, dass die Wirtschaft rund läuft. Eine starke Konjunktur ist gut für die Kreditvergabe und damit den Profit der Finanzinstitute. Doch die heutigen hohen Renditen sind zu einem grossen Teil der Inflation geschuldet – an den Märkten wird gar zunehmend eine Rezession erwartet. Das wäre dem Geschäft der Banken nicht zuträglich.

Und auch mit der Marge könnte es künftig schlechter aussehen, als es die Langfristzinsen auf den ersten Blick versprechen. Eine hohe langfristige Rendite geht üblicherweise mit einer steilen Zinsstrukturkurve einher – die kurzen Zinsen sind niedrig, die langen hoch. Da die Banken üblicherweise auf kurzfristige Einlagen Zinsen bezahlen und dafür langfristig Geld ausleihen, ist die steile Kurve gut für ihre Marge.

Zwar notieren die kurzen Zinsen noch unter den langfristigen Bondrenditen, doch erwartet man am Markt, dass die kurzen Zinsen schnell aufholen werden. Die Marge der Banken sollte dann unter Druck kommen – eine Entwicklung, die die Aktienkurse wohl schon eingepreist haben.

(Quelle der Grafik: Capital Economics)