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Der Chart des Tages

Die Gewinnrezession droht.

Alexander Trentin

Nach den höheren Zinsen ist für die Aktien jetzt die Entwicklung der Unternehmensgewinne das grösste Risiko. Gemäss der Konjunkturentwicklung ist davon auszugehen, dass sie dieses Jahr – auf Ebene des europäischen Aktienmarkts – enttäuschen werden, glaubt Barclays.

Dafür verweisen die Analysten auf die Gleichläufigkeit des Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone als Frühindikator der Konjunktur und die Gewinnentwicklung (vgl. Grafik oben). Die Veränderung des PMI hat dabei mit einer siebenmonatigen Vorlaufzeit eine gewisse Erklärungskraft, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln werden.

Das ist im Markt noch nicht angekommen, glaubt Barclays: «Obwohl allgemein eine Herabstufung der Gewinnschätzungen erwartet wird, glauben wir, dass Aktien nur schwer einen Boden finden können, bis die Erwartungen tiefer gesetzt sind.» Zwar zeigen die PMI schon an, dass die europäischen Unternehmensgewinne dieses Jahr sinken könnten, doch so weit geht Barclays nicht. Sie erwarten noch ein Gewinnwachstum von 8%. Der Konsens der Analysten liegt mit 13,5% aber deutlich höher. Nächstes Jahr könnten die Gewinne dann 4% sinken.

Und auch langfristig sind die Gewinnaussichten für Aktionäre keineswegs optimistisch stimmend, argumentiert Barclays: «Langfristig erscheinen die Gewinnmargen gefährdet, da die über Jahrzehnte anhaltenden Trends von günstigen Arbeitskräften, niedrigen Steuern, sinkenden Zinsen und kosteneffizienter Globalisierung beginnen, sich umzukehren.»

(Quelle der Grafik: Barclays)

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