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Der Chart des Tages

Feuerwerk: ja, aber.

Mara Bernath

Europa hat heiss. Nicht nur Menschen leiden unter den rekordhohen Temperaturen und der Trockenheit, auch die Natur wird in Mitleidenschaft gezogen. Die wohl extremste Auswirkung der Hitze sind Brände. Besonders stark betroffen sind dieses Jahr Portugal, Griechenland, Frankreich und Spanien.

Aber auch in der Schweiz steigt die Waldbrandgefahr. Die höchste Alarmstufe herrscht bis jetzt erst im Wallis (dunkelrot), doch im ganzen Rest des Landes ist die Gefahr ebenfalls erheblich (orange) bis schwer (hellrot). Von Genf über Solothurn bis in die Ostschweiz und ins Surselva bedeutet das, dass schon der Funken eines Grillfeuers einen Brand entfachen kann, der nur noch schwer zu löschen sein wird.

Da überrascht es nicht, dass vielerorts die Freiheit, am Nationalfeiertag Feuerwerkskörper in die Luft zu schiessen, eingeschränkt ist. Doch wie so oft in der Schweiz sind die Massnahmen von Kanton zu Kanton unterschiedlich – auch wenn die vom Bundesamt für Umwelt festgestellte Waldbrandgefahr genau gleich ist.

So herrscht in den Kantonen Freiburg, Genf, Wallis, Tessin und Waadt absolutes Feuerverbot (dunkelgrau auf der unteren Karte). Die meisten anderen Kantone verbieten Feuer und Feuerwerk in Waldesnähe (mittelgrau), während in der Innerschweiz (blau) auf fest eingerichteten Feuerstellen weiterhin «gebröötelt» werden darf. Der Kanton Appenzell (hellblau) ist noch laxer, dort wird bloss zum sorgfältigen Umgang mit Feuer gemahnt.

Während im Aargau und in Zürich sowie in kleineren Kantonen jeweils für das ganze Gebiet die gleichen Regeln gelten, entscheiden in anderen Kantonen die einzelnen Regionen individuell. Wer sich also völlig austoben will mit Feuerwerken, der sollte für diesen 1. August ins Engadin fahren (hellgrau) – obwohl auch dort die Waldbrandgefahr gross ist.

Mässige Waldbrandgefahr, ausgedrückt in gelber Farbe auf der Karte, herrscht nur noch in Liechtenstein. Hält die Trockenheit an, ist es allerdings gut möglich, dass das Ländle diese Einschätzung vor dem eigenen Staatsfeiertag am 15. August revidieren muss – und die Liechtensteiner ebenfalls ohne Feuerwerk feiern müssen.

(Quelle der Grafiken: Bundesamt für Umwelt)