Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Die Schraube wird angezogen.

Frank Heiniger

Die jahrelange Niedrigzinspolitik der Notenbanken hat die Notierungen zahlreicher Vermögenswerte nach oben getrieben: Nicht nur die Aktienmärkte etwa haben vom billigen Geld profitiert, sondern auch der Immobiliensektor. Gemäss einer Erhebung der OECD sind die Häuserpreise seit 2010 real 2,7% pro Jahr gestiegen, mehr als doppelt so stark wie in den dreissig Jahren zuvor.

Mit den steigenden Zinsen scheinen die Immobilienmärkte in vielen Ländern ihren Zenit allerdings überschritten zu haben. In Schweden etwa, wo der Häusermarkt besonders heiss lief, befinden sich die Preise inzwischen bereits im Rückwärtsgang.

Begünstigt wird die Trendwende durch die Erhöhung der Hypothekenvergabestandards: Deutlich mehr Geschäftsbanken in der Eurozone verschärfen derzeit ihre Praktiken, als sie zu lockern. Die positive Nettodifferenz ist die grösste, so weit die Betrachtung zurückreicht – also mindestens seit sieben Jahren.

Ein Grund für die Verschärfung ist unter anderem, dass zahlreiche nationale Regulierungsbehörden ihre antizyklischen Kapitalpuffer reaktiviert haben. Diese sollen in Zeiten eines übermässigen Kreditwachstums dazu beitragen, die Solidität der Finanzinstitute zu stärken.

(Quelle der Grafik: UniCredit)

Leser-Kommentare